Autor: Max Luber

Nils Holgersons Värld

Themenparks gibt es im näheren Umfeld einige. 

Direkt in Vimmerby liegt der Tehmenpark Astrid Lingernds Värld

Nils Holgersons Värld ist ebenfalls sehr nah dran und ein netter Abenteuerpark

Der längste Hochseilgarten und Kletterparcours liegt in 1,3h Entfernung. 

Der Westernpark High Chaparell

Astrid Lindgrens Värld

Ein Tag in einer anderen Welt

Ein Tag mit alten Bekannten

Ein Tag mit Michel, Madita, Carlson vom Dach, Kling & Klang, Pippi, Thomas & Anika, den Löwenherz-Brüdern, Ronja, Klein-Ida, Lasse, Bosse Ole, Kalle und allen anderen

Ein Tagesausflug in die Geschichten Astrid Lindgrens...

Und ein Stück weit auch in die eigene Geschichte. Während man von einer Themenwelt in die nächste wandelt, von Bullerbü nach Katthult, an Maditas Haus und dem Fährableger nach Saltkrokan vorbei zum Mattiswald und über viele weitere Stationen bis in das Land Außerhalb, begegnen einem immer wieder die vertrauten Bekannten. Die Darsteller verwickeln auch die Gäste auf erfreulich unaufdringliche Weise in ihr Spiel. Und viele Spielgelegenheiten laden ein, von Carlsons Dach zu rutschen, einen See mit einem Floß zu überqueren, irgendwo rauf zu klettern und zu balanzieren und ... 

Immer wieder gibt es in den Themenwelten Aufführungen von Sequenzen aus den jeweiligen Geschichten. Das ganze changiert irgendwo zwischen Theater und Musical. Wer die Geschichten kennt, merkt fast nicht mehr, dass alles auf Schwedisch ist und singt bei allen Liedern die deutschen Texte leise mit. Für echte Fans ein Muss. Vor allem dann, wenn man Kinder im Grund- und Vorschulalter dabei hat, an deren Freude man selbst teilhaben kann. 

Aber Vorsicht. Es ist sicher nicht jedermann Sache:
Wer schon länger nicht mehr die Filme gesehen oder die Geschichten gelesen hat...,
Wer mit pubertierenden Teenagern unterwegs ist, die das alles Babykram finden...,
Wer zudem ein schmales Reisebudget hat...,
....der wird hier nicht wirklich glücklich.

Denn die Preise sind scharf gepfeffert und gesalzen noch dazu. Unter 150 Euro kommt hier kaum eine Familie weg.
Und mit Shop, Parkticket und anderem Kleinkram kann auch die 200er-Marke leicht gesprengt werden. 

Herrlich einfach Leben auf Rosenlund

"Müsst ihr nicht frieren - so ohne Heizung?"

"Abends sitzt ihr dann da im Dunklen?"

"Wollt ihr Euch denn nicht waschen?"

"Was esst ihr denn ohne Herd?"

"Und zum Kacken geht ihr dann in den Wald?"

Solche Fragen und Mutmaßungen haben wir tatsächlich schon von Freunden gehört, denen wir von unserem Sommerhäuschen in Schweden erzählt haben. Mittlerweile waren einige bei uns zu Besuch und haben sich in unserem Haus sehr wohl gefühlt. Eigentlich ist es bei uns die meiste Zeit einfach wie im einem normalen Haus. Ein paar Sachen sind halt mit etwas mehr Handarbeit verbunden. Realistisch geschätzt erreichen wir  95% des gewohnten Standards und haben dabei etwa 30% mehr Handarbeit. Die Hälfte davon macht der Abwasch aus. Ich erinnere mich, dass es in meiner Kindheit eigentlich selbstverständlich war, in Ferienhäusern den Abwasch von Hand zu machen. 

Auch ohne Strom- und Wasseranschluss leben wir natürlich nicht völlig ohne Strom und Wasser. Ein wenig so, wie Michel aus Lönneberga und die Kinder von Bullerbü eben. Wir haben alles, was wir brauchen.  In diesem Beitrag möchte ich kurz darstellen, wie wir die Bedürfnisse nach Licht, Wärme, Kühlung, Kochen, Warm- und Kaltwasser und Sanitär gelöst haben.  

Abends sitzt ihr im Dunklen

Petroleumlampe

.... nein. Wir machen Licht an.

Es gibt auf Rosenlund weitaus mehr Licht als Schatten. Glücklicherweise ist es in Schweden im Sommer sehr lange hell. So fällt der Verzicht auf künstliches Licht nur bei wenigen Aktivitäten überhaupt auf. Wenn es dunkel wird, ist es schon kurz vor Mitternacht und der Abend sowieso nicht mehr lang. 

Wir haben eine kleine Solaranlage, die zwei LED-Lampen versorgt. Eine Lampe in der Küche über der Arbeitsplatte und die andere im Wohnzimmer über dem Esstisch. Dazu kommt noch eine kleine mobile solare Leselampe; diese spendet bei vollem Akku ca. 4 Stunden helles Licht zum Lesen oder für Brettspiele. Demnächst wird die Solaranlage aufgerüstet und in jedem Zimmer ein LED-Spot eingebaut. 

Eine wirklich faszinierende Lichtquelle ist unser thermoelektrisches Leselicht. Hier wird die Wärme eines Teelicht über ein Peltier-Element in Strom umgewandelt, welcher eine kleine LED-Lampe versorgt. Ohne Akku, ohne Batterie ohne Stecker und trotzdem helles elektrisches Licht. Die Spannung entsteht aus der Temperaturdifferenz welche ein leistungsstarke Kühlkörper erzeugt. 

Einige LED-Laternen (1x Batteriebetrieben und 2x Kurbel) illuminieren bei Bedarf jeden Winkel des Hauses. Und natürlich haben wir zahlreiche Kerzenständer, die ein angenehm warmes Licht spenden. Die Petroleumlampe über dem Tisch hatten wir in letzter Zeit kaum noch an. Trotzdem hier hochreines Spezialpetroleum eingefüllt ist, riecht sie auf Dauer doch etwas. Nach dem Löschen verdunstet das warme, unverbrannte Petroleum noch eine Weile. 

Wir haben über die Jahre hinweg gerade bei der Beleuchtung viel ausprobiert.

In den Oster- und Herbstferien, wenn es schon gegen 16:30 dunkel wird und der Tag nicht lang genug war, die Solarbatterie zu laden, muss man sich mehr einfallen lassen, um nicht im Dunklen zu sitzen. Hier kommen eine Petromax Starklichtlampe und eine Aladdin-Lampe zum Einsatz.  Leider mussten wir uns entscheiden, diese beiden Lampen zukünftig Feriengästen nicht mehr zur Verfügung zu stellen. Einerseits wegen der Brandgefahr andererseits auch wegen der recht teuren Reparaturen, die nach Fehlbedienungen erforderlich wurden.

Die Petromax habe ich auf Spiritusbetrieb umgerüstet und befülle sie mit einem speziellen Brennspiritus für Ethanolkamine. Das hat den Vorteil gegenüber anderen Brennstoffen, dass es komplett geruchsfrei verbrennt und dabei ein 250 Watt helles Licht erzeugt. Die Aladdin-Lampe ist ein sogenanntes Glühstrumpflicht. Sie entspricht mit ihrer Lichtstärke etwa einer 40 Watt Glühbirne. Hier wird hochreines Petroleum eingefüllt und über einen Runddocht verbrannt. Über diesem Docht ist ein Glühstrumpf, welcher die unverbrannten Gase fängt und in einer zweiten Stufe verbrennt. Durch die nahezu restlose Verbrennung ist auch diese Lampe sehr geruchsarm und rußt nicht. 

Ganz schön kalt, so ohne Heizung - oder?

Kamin im Wohmzimmer

Heizen können wir mit dem Kamin.

Es gibt Menschen, die halten Schweden für einen Vorort von Sibirien. Dort ist es immer kalt und regnerisch, und die vielen Seen sind von September bis Mai zugefroren. Die Sonne lässt sich allenfalls zum Midsommarfest mal für einen Tag blicken, um sonst im Süden Europas zu scheinen. Mit rührender Sorge wurden wir von derart voreingenommenen Freunden nach den Temperaturen und der Heizmöglichkeit ausgefragt.

Zunächst die guten Nachricht: Der schwedische Sommer ist ähnlich warm wie der deutsche. Die Tagestemperaturen liegen bei 25°C mit vier Grad Spiel nach oben und unten. Ab Mitte Mai und bis Mitte September ist normaler Weise keine Heizung nötig.

Nur zum Wäschetrocknen ist es dann schon mal ganz praktisch ein paar Scheite Holz im Ofen zu verbrennen - und nebenher schön zu lüften. Bei der Gelegenheit lässt sich auch noch ein Topf Wasser für Abwasch oder Dusche warm machen. Und schön ist so ein Kaminfeuer auch dann, wenn man es eigentlich auch ohne warm genug hat. 

In der Nebensaison gibt es natürlich auch kühlere Nächte und einzelne kühle Tage. Der Kamin im Wohnzimmer heizt jedenfalls ordentlich. Mit 3-4 Scheiten kann man bei unter 10°C Außentemperatur gemütliche 20°C  Innentemperatur erreichen. Unsere kälteste Nacht hatten wir mal Ende November mit -6°C außen. Morgens waren es dann immerhin noch 7°C drinnen, aber das war der Moment, wo ich jegliche Pläne, mal so richtig Winterurlaub in dem Haus zu machen aufgegeben habe. 

Ihr esst dann immer Salat ohne Herd

- und das Bier ist dann immer warm?

Kochfeld mit Kühltruhe
Toaster mit schwedischem Polarbröd und Pfifferlinge

Meistens besser und frischer als zu Hause.

Aber das ist im Urlaub ja immer so. Im Alltag fehlt es leider zu oft an der Zeit, wirklich frisch zu kochen. 

In der Küche steht ein zweiflammiges Camping-Gaskochfeld. Irgendwann baue ich mir dort noch ein richtiges 45cm breites Gaskochfeld ein. Aber auch auf den zwei Flammen kann man mit etwas Geschick im Timing und alten Tricks aus Omas Zeiten (z.B. Kartoffeln und Nudeln wenn sie fertig sind in einer Bettdecke warmhalten) vielseitige Mehrgängemenues für bis zu 9 Personen herstellen. Zuhause habe ich Induktion und möchte sie nicht missen. Aber mir macht das Kochen auf Gas fast noch mehr Spaß, und ich erfreue mich auch daran, die Logistik auf die Rahmenbedingungen dort auszurichten. Wenn Feriengäste kommen, schließen wir vorher immer eine frische 10Kg Flasche an. Die hält bei normalem Verbrauch etwa 6 Wochen, das meiste Gas zieht die Kühlbox weg. 

Zum Kaffeekochen haben wir eine französische Presskanne und einen klassischen italienischen Espressokocher. Wer mehr Geduld mitbringt, kann sich seinen Kaffee auch traditionell filtern. An Küchenutensilien ist alles da, was man so braucht. Unter anderem ein mechanischer Handrührer, mit dem schon Sahne und Pfannkuchenteig erfolgreich geschlagen wurde. Der Toast-Aufsatz für das Gaskochfeld ist bei der Auswahl an schwedischem Brot fast unverzichtbar. 

Auf der Sonnenterrasse steht zudem ein Kugelgrill für die Outdoor-Küche. Hierzu haben wir auch einen Pizza-Stein und uns damit schon mal unterwegs am Strand frische Pizza gebacken. 

Ein Kühlschrank darf in einer vollwertigen Küche ist natürlich nicht fehlen. Was bei "Michel aus Lönneberger" der Erdkeller war, ist bei uns die gasbetriebene Kühlbox.  Das Volumen der Kühlbox reicht bei unserem 5-Personenhaushalt für 2-3 Tage. Danach geht es wieder zum Supermarkt. Die Getränke kühlen wir in einer der Regentonnen auf ca. 10°C. und wenn es mal richtig kalt sein soll, und die Kühlbox schon voll ist, gibt es eine Tüte crushed-ice für die Cocktails oder Limo. 

Wollt Ihr euch nicht waschen?

Thermosiphon mit Pump-Dusche und Wasserkanister
Regentonne

.....? Ich verstehe die Frage nicht.

Diese Frage zeigt eigentlich nur, wie unser Alltag das Denken kanalisiert.

Wir haben warmes Wasser. Fast fließend. Und das eigentlich auch rund um die Uhr verfügbar! Dafür sorgt unser ein kleiner Solarboiler. Oben wird Wasser aus dem Kanister eingefüllt, die Sonne wärmt es auf und aus dem Hahn fließt es warm raus. Der Solarboiler (auch Thermosiphon oder Solarkollektor genannt) funktioniert nach dem Prinzip der freien Konvektion. Das Wasser wird in den Vakuumröhren erwärmt und steigt auf - kühles Wasser sinkt aufgrund der höheren spezifischen Dichte in die Röhren. So zirkuliert das Wasser ganz ohne Pumpe und wird den Tag über immer wärmer. Die gute Isolierung des Wasserbehälters und der Röhren hält die Wärme auch über Nacht. Zumindest ist es noch lauwarm. 

Das ganze ist natürlich von den Sonnenstunden, der Ausrichtung des Boilers und dem eigenen Verhalten (Verbrauch /  regelmäßiges Nachfüllen / ab und zu in die Sonne drehen) abhängig.  An den kühleren Tagen in der Nebensaison und bei geringerer Sonnenscheindauer ist meist der Kamin in Betrieb und kann genutzt werden, um das Wasser in einem Topf zu erwärmen. Und wenn es mal schnell gehen muss, nutzen wir den Teekessel auf dem Gaskocher.

Das Wasser kommt bei uns zwar nicht direkt "aus der Wand gesprudelt".  Aber natürlich haben wir sauberes Trinkwasser zum Waschen und Kochen. Wir wolen das auch nicht mit Eimern aus dem See, sondern in Kanistern von einer der beiden Tankstellen in Vimmerby, die einen öffentlichen Wasserhahn anbieten. Oder auch von dem nahe gelegenen Campingplatz. Wir sind dabei immer wieder erstaunt, mit wie wenig Wasser man sehr gut auskommen kann. Im Schnitt verbrauchen wir zu fünft 20 - 30l Trinkwasser pro Tag. Die Trinkwasserkanister (3x 10 l und 2x 20) verfügen über Auslasshähne und liefern, direkt übers Waschbecken gestellt "quasi"-fließendes Wasser.

Weiterhin stehen ca. 1000l Regenwasser bereit. Die Qualität des Regenwassers wechselt naturgemäß mit der Speicherdauer und den Außentemperaturen. Frisches Regenwasser (1-3 Tage nach dem letzten Regen) kann gut zum Duschen genutzt werden kann, 3-7 Tage altes Wasser taugt noch für den Abwasch (Klarspülen besser mit Trinkwasser) und noch älteres Wasser eigentlich nur noch zum Bodenwischen oder Blumengießen. Bisher hatten wir nur im Juli 2014 die Situation, dass wir das Regenwasser nicht für den Abwasch verwenden konnten, weil es 3 Wochen lang keinen Tropfen gab. Da mussten wir sehr viel Wasser "anfahren". 

Wir gehen fast jeden Tag im See baden. Wenn es lange nicht regnet, scheint dafür meistens die Sonne mehr und der See lockt. Kurz einseifen und rein ins Wasser - alles sauber.  Zwischendurch gibt es mal auch Waschlappen (wir nehmen dafür Einwegpapierlappen) gerade für das Gesicht. 

Auf dem Grundstück kann man mit der Pump-Dusche duschen. Dabei handelt es sich im Prinzip um eine umfunktionierte Pflanzenspritze, an der ein Duschkopf montiert ist. Warmwasser z.B. aus dem Solarboiler einfüllen, 1-2 Minuten Pumpen und 5-8 Minuten duschen. Erstaunlicherweise reichen bei dem eher sparsamen Wasserstrahl 4-6 Liter sogar für das Waschen langer Haare (eine Handbreit unter der Schulter) aus. Die Dusche baut einen Druck von etwa 2-3 bar auf. Das entspricht dem, was in einigen Regionen Spaniens auch aus der Leitung kommt. Gut aufgepumpt reicht der Druck bei kurzhaarigen ziemlich genau für Einseifen und Abspülen - ohne Nachpumpen.  

Auf dem Grundstück gibt es hinter dem Schuppen eine versteckte kleine Duschecke mit Seifenablage und Sichtschutz. Da rundherum nur Wald- und Wiesentiere sind, die einen beobachten könnten, kann eigentlich auf dem gesamten Grundstück geduscht werden. Erfahrungsgemäß duschen Männer lieber sonnig und einsehbar, Frauen ziehen sicher eher zurück.  Im Haus selber gibt es (noch) keine Duschmöglichkeit, aber eine Duschtasse im Bad, ist auf der Agenda meiner Ausbauprojekte gleich hinter der solaren Verstromung. 

Ab und zu wollen wir aber auch mal "richtig" Duschen - ohne Pumpen und so und mit unbegrenzt fließendem Wasser. An dem nahe gelegenen Campingplatz ist dies für 10 SEK (etwa 1 EUR) pro Person möglich. Einfach duschen, abtrocknen, anziehen und danach bezahlen gehen. 

Und zum Kacken geht ihr in den Wald?

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Nö - auf's Klo.

Zugegeben....

....der Zaun am Waldrand ist näher als das Klohäuschen, und zum Urinieren bei männlichen Besuchern recht beliebt. Aus reiner Bequemlichkeit halt. Aber nein, die festen Ausscheidungen kommen selbstverständlich nicht in den Wald. Und unsere Toilette ist auch kein stinkendes Plumpsklo sondern eine moderne Separationstoilette (bzw. Trockenklo).

Dieses stellt die Avantgarde der dezentralen Sanitäreinrichtungen dar, und wird im Entwicklungshilfe-Zusammenhang beispielsweise eingesetzt, um die Milleniumziele der Vereinten Nationen zu erfüllen. Das Grundprinzip basiert auf der Trennung der festen und flüssigen Ausscheidungen (daher Separationsklo). Hierzu ist ein Trichter im vorderen Teil der "Schüssel" eingebaut, welcher Flüssiges auffängt und in eine sogenannten "Steinkiste" ableitet und dort versickern lässt. Mit einer kleinen Gießkanne wird der Trichter hinterher mit Regenwasser nachgespült und ist wieder sauber. Im hinteren Bereich landen die festen Ausscheidungen in einem kompostierbaren Beutel. Genauer in einem 40l großen worin der Beutel eingehangen wird. Dort werden sie mit reichlich Sägespänen bestreut, 2 - 3 Becher reichen. Wenn ordentlich gestreut wurde, riecht es dann auch eher nach Tischlerschuppen als nach Klo.

Aus der Katzenstreuwerbung ist das Prinzip bekannt: "Saugt auf bevor Geruch entsteht". Da die Späne das ganze nicht nur abdecken, sondern vor allem Feuchtigkeit aufnehmen,  sind Separationsklos tatsächlich nahezu geruchsfrei. Durch die Trennung von Festem und Flüssigen kann auch der Stickstoff aus dem Urin nicht mehr mit dem Kohlenstoff aus dem Stuhl zu Ammoniak reagieren.  Diese Reaktion ist bei spülungslosen Mischsystemen (vulgo Plumpsklo) sonst für den beißenden Gestank verantwortlich. 

Ein Beutel "hält" bei 5 Personen ca. 4-5 Tage (bei 2 Personen fast zwei Wochen) und kann in den Thermokomposter auf dem Grundstück entsorgt werden. Wenn dort der Beutel mit etwa 2 Handbreit Rasenschnitt bedeckt wird, ist auch der Komposter völlig geruchsfrei. Der Beutelwechsel im Klohaus steht zugegeben auf der Liste der schönsten Ferienerlebnisse ein wenig weiter hinten. Dafür bei Kindern ganz vorne auf der Liste der erzählungswürdigen Urlaubsereignisse. Es ist ungefähr so unappetitlich wie z.B. den Windeleimer rauszubringen. Ein Katzenklo zu reinigen, oder einen Hamster- oder Vogelkäfig auszumisten und Hunde Gassi zu führen (mit Tüte natürlich) empfinde ich persönlich als unangenehmer. Also alles im grünen Bereich.  

Nach rund zwei Jahren gibt es übrigens einen sehr hochwertigen Kompost mit dem die Rosen "gehäufelt" werden und  von dem auch die  anderen blühenden Pflanzen profitieren. Für die Beerensträucher und Obstbäume verwenden wir den Kompost natürlich nicht, da potentiell Medikamentenrückstände enthalten sein könnten.